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ICE-Park Montabaur
Jetzt steht der Plan für das FOC PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 01. April 2009 um 14:04 Uhr

Montabaur. Die Baugenehmigung ist da, es gibt einen Betreiber und Interessenten noch dazu. Wenn alles weiter nach Plan läuft, wird - nach zwölf bis 14 Monaten Bauzeit - im Jahr 2011 in Montabaur ein Factory-Outlet-Center (FOC) eröffnet. Gestern haben die Stadt Montabaur und die Immobiliengesellschaft S.K.E.T. den künftigen Betreiber präsentiert und eine Art «Rückwärtsplanung» vorgestellt.

Mit Stable International aus dem niederländischen Amersfoort konnte ein auf den Einzelhandel fokussiertes Unternehmen gewonnen werden, das 2001 in Holland das erste FOC realisierte. Für den Investor ging ein Wunsch in Erfüllung: «Der Betreiber sollte das Objekt langfristig entwickeln und verbessern, er sollte ein Outlet-Center erfolgreich geführt und nicht auf das «schnelle Geschäft» aus sein und er sollte Kontakt zu Marken und Sortimentern haben», sagte S.K.E.T-Geschäftsführer Rainer Dommermuth. Dass sich die Planungen vom Eröffnungszeitpunkt aus «rückwärts» orientieren, hängt mit Klageverfahren benachbarter Städte (darunter Limburg und Diez) vor dem Bundesverwaltungsgericht zusammen. Für die 50-Millionen-Euro-Investition hat inzwischen das Ausschreibungsverfahren begonnen, es gibt erste Vergabegespräche.

Klägern aus der Umgebung streckte Edmund Schaaf, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur, die Hand entgegen: Ein FOC schädige durch seine Sortimentsstruktur den Handel in der Region weniger als ein normales Kaufhaus, sagte er. Und er erinnerte daran, dass Nachbarstädte an ihren Randgebieten ebenfalls Einzelhandelsansiedlungen verfolgten. Die Verkaufsfläche von 10 000 Quadratmetern sei in städtebaulichen Verträgen abgesichert, für Umwandlungen müsste das Land die Raumordnungs-Planung ändern, und jeder Sortimentswechsel sei gutachterlich zu belegen.

Schaaf und sein Amtskollege, Stadtbürgermeister Klaus Mies, haben den Blick bereits nach vorn gerichtet. «Wir sehen kommenden Klagen optimistisch und mit guten Chancen auf Erfolg entgegen.» Es gebe Gutachten über die Auswirkungen und Kläger sollten sich intensiv mit dem FOC beschäftigen und prüfen, ob sich der Aufwand für alle Beteiligten lohne.

Lohnen dürfte sich der Bau des Factory-Outlet-Center auf jeden Fall für Betriebe aus der Region, sagte Schaaf. Sie könnten sich auf ein zusätzliches «Konjunkturprogramm ohne Steuermittel» freuen.

Willem Veldhuizen, Geschäftsführer von Stable International, erzählte von Erfahrungen aus dem holländischen Lelystad, wo es nach Streitigkeiten mit dem örtlichen Einzelhandel fünf Jahre bis zur Baugenehmigung dauerte und 2001 ein 14 000 Quadratmeter großes FOC in Betrieb ging, das dann zweimal um jeweils 5000 Quadratmeter erweitert wurde. In Montabaur sieht Veldhuizen «bestdenkbare Standortfaktoren mit traumhaften Anbindungen» an Schiene und Straße, eingebettet in einem Einzugsgebiet mit hoher Kaufkraft und bis zu sieben Millionen Menschen. Hier könne ein FOC selbstständig gut funktionieren ohne negative Effekte auf die Umgebung.

Große Vielfalt in 60 bis 70 Läden

Die Bruttofläche des Centers beträgt rund 13 500 Quadratmeter, davon sollen 10 000 Quadratmeter zur Verkaufsfläche werden und sich auf Bekleidung (6600 qm), Schuhe und Lederwaren (800 qm), Glas, Porzellan, Keramik (400 qm), Heim-/Haustextilien (600 qm) sowie Uhren und Schmuck (200 qm) aufteilen. Angestrebt ist ein Angebot mit 60 bis 70 «Stores», die auf kleiner Fläche große Vielfalt bieten und einen hohen Flächenumsatz ermöglichen sollen. Nach Auskunft von Rainer Dommermuth gibt es für die Shops erste Interessenten. Investor und Betreiber gehen von einem geschätzten Besucheraufkommen von 1,5 bis zwei Millionen jährlich, einem Umsatz zwischen 53 und 59 Millionen und rund 300 Arbeitsplätzen aus. Aus einem Umkreis von 90 Fahrminuten - bei vergleichbaren Einrichtungen kommen 60 Prozent der Kunden aus einer Entfernung von mehr als 30 Kilometer - werden pro Verkaufstag bis zu 3800 Fahrzeuge erwartet.

Edmund Schaaf hat weiter gerechnet: Sollten nur zehn Prozent der Besucher mit dem Zug anreisen, würde das für die Bahn ein zusätzliches Fahrgastaufkommen von 150 000 im Jahr bedeuten und damit für den ICE-Bahnhof eine gewaltige Attraktivitätssteigerung ausmachen. hbw

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