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ICE-Park Montabaur
ICE-Bahnhof: 454 neue Stellplätze PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 20. März 2009 um 11:30 Uhr
Kreis will Parkfläche erweitern - Kosten: 800 000 Euro - Für Bahnnutzer weiter gebührenfrei - Auch Pendlerparkplatz geplant?

Kostenlose Parkplätze gelten in Montabaur als Marketing-Instrument für den ICE-Bahnhof. Die Strategie scheint voll aufzugehen: Werktags werden auf dem Gelände rund um den Bahnhof die Stellplätze knapp.

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So sieht der Planer die Parkplatzerweiterung (grün und gelb markiert) zwischen der bestehenden Parkfläche und der A 3.

MONTABAUR. Der Westerwaldkreis will den Parkplatz am ICE-Bahnhof um 454 Stellplätze erweitern. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 800 000 Euro. Der Kreis hofft auf Zuschüsse des Landes in einer Größenordnung von bis zu 80 Prozent. Nachdem der Kreisausschuss dem Vorhaben in nicht öffentlicher Sitzung schon zugestimmt hat, entscheidet der Kreistag am Freitag kommender Woche über die Investition; alles andere als eine breite Zustimmung für die Parkplatzerweiterung wäre eine dicke Überraschung.

Landrat Peter Paul Weinert, Bürgermeister Edmund Schaaf (Verbandsgemeinde Montabaur), Stadtbürgermeister Klaus Mies und Wilfried Noll, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, stellte die Pläne am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung vor. Der Kreis reagiert mit seinem Vorstoß auf die zunehmende Parkplatzknappheit, die sich im Blick auf weitere Projekte im Bahnhofsumfeld - etwa den geplanten Bau des Factory-Outlet-Centers (FOC) - mittelfristig noch verschärfen wird, denn provisorische Stellplätze, die jetzt noch für Bahnfahrer zur Verfügung stehen, fallen möglicherweise bald weg. Doch auch jetzt schon sieht sich Wilfried Noll immer wieder mit Anrufern konfrontiert, denen wegen allzu langer Parkplatzsuche beinahe schon der Zug vor der Nase weggefahren wäre. Schlussfolgerung aus Sicht von Kreis, Stadt und Verbandsgemeinde: Die zurzeit noch zur Verfügung stehenden 1100 Stellplätze (inklusive der provisorischen) reichen nicht mehr aus. Möglichst schnell sollen zwischen dem bestehenden Parkplatz und der angrenzenden A 3 die 454 neuen Stellplätze entstehen, um die Situation zu entspannen und die Attraktivität des Bahnhofs zu erhöhen; das Potenzial für Steigerungsraten bei den Fahrgastzahlen ist aus Sicht der Westerwälder Kommunalpolitiker auf jeden Fall gegeben - wobei Weinert, Schaaf, Mies und Noll unisono auf das kostenfreie Parken als wesentliches Verkaufsargument setzen.

Letzteres war auch der Grund dafür, dass die Bahntochter DB Bahn Park GmbH in Montabaur nicht zum Zuge kommen wird. Die Gesellschaft, die Parkflächen in der Nähe von Bahnhöfen plant und betreibt, hatte laut Weinert angeboten, die Bewirtschaftung der Flächen ohne Erweiterung zu übernehmen, Gebühren zu fordern und so Fahrgemeinschaften von Autopendlern vom Parkplatz zu verbannen. Eine Option, die für den Kreis ebenso wenig infrage kam wie der Vorschlag der GmbH, den Parkplatz zu erweitern und die Investition über entsprechend hohe Parkgebühren zu refinanzieren. "Der Bahnhof punktet mit dem kostenfreien Parken", betont Wilfried Noll fast schon gebetsmühlenartig. So wird im noch zu ratifizierenden Vertrag mit der Bahn, genauer gesagt mit der Bahntochter DB Station&Service AG, der das Parkplatzgelände gehört, festgeschrieben, dass eine gebührenorientierte Bewirtschaftung der Fläche in den kommenden 20 Jahren nur nach Absprache mit dem Kreis möglich sein wird. Neben dem erwarteten Kreistagsbeschluss hofft Weinert auch auf ein möglichst großes finanzielles Entgegenkommen des Landes und hat sich - was er sonst nach eigener Darstellung sehr selten tut - persönlich an Innenminister Karl Peter Bruch gewandt, in dessen Ressort die ersehnte Förderung fällt. Für eine zusätzliche Entspannung auf dem Bahnparkplatz könnte ein weiteres Bauprojekt sorgen. Nach Angaben des Landrates ist in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Montabaur ein weiterer Pendlerparkplatz geplant. Nach Schätzungen werden etwa 10 bis 15 Prozent des Bahnparkplatzes von Fremdnutzern belegt.

Die zeitliche Planung: Für die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) wird der Kreistagsbeschluss das Signal sein, den Förderantrag aus Montabaur nach Mainz weiterzuleiten. Kommt von dort rasch grünes Licht, könnte noch in diesem Jahr gebaut werden. Optimist Wilfried Noll hofft auf eine Fertigstellung im September. (jgm)

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Diese Datei herunterladen (2009_03_20_wwz_ice_bahnhof_454_stellplaetze.pdf)Download als PDFQuelle: Westerwälder Zeitung vom 20.03.2009, Seite 15.